Zwillinge – gemeinsam stark in der Klasse. Oder: Identische Zeugnisse.

IMG_1577Hier in Baden-Württemberg war heute der letzte Schultag vor den Sommerferien und somit brachten Krissi (10, Gymnasium), Ben und Eli (beide 9, Grundschule) ihre  wirklich tollen Zeugnisse mit nach Hause.

Ein klasse Auftakt für die Ferien!

Verblüffend ist in der Tat jedoch, dass unsere Zwillinge, Ben und Eli, vollkommen identische Zeugnisse vorlegen konnten! In jedem Fach haben beide exakt die gleiche Note erhalten.

Die beiden sind beabsichtigt zusammen in einer Klasse, weil sie sich trotz ihrer charakterlichen Individualität brauchen und ohne den jeweils anderen nicht sein können. Sie sind sich gegenseitig der beste Freund und behindern sich nicht (wie von so manchem Kritiker und auch einzelnen Pädagogenkollegen gerne dargestellt) in ihrer Entwicklung. Nein, das Gegenteil ist bei unseren Zwillingen der Fall. Die beiden stehen füreinander ein und sahen sich noch nie als Konkurrenten. Sie lernen voneinander und der eine profitiert von den Stärken des anderen. Gleichzeitig erfahren und erleben sie, dass Schwächen erlaubt sind und wie man damit umgehen kann. Und genau das ist eine Kompetenz, die so wichtig ist im Leben.

Ich wollte zum Start in die Sommerferien all‘ denen diesen kleinen Einblick in den Schulalltag mit Zwillingen geben, die irgendwann vor der Entscheidung stehen, die Weichen für ihre Kinder bzgl. der getrennten oder gemeinsamen Einschulung zu stellen.

Eine gute Zeit!

 

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Abschied. Oder: Tschüß 2016 – ein Rückblick.

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…und Zeit und Anlass für mich, nachzudenken, zurück zu schauen und einmal mehr die Jahresrückblickfragen zu beantworten.

Es sind wieder die gleichen Fragen, wie in den Jahren zuvor. Los geht’s!

Zugenommen oder abgenommen?

Abgenommen, eine ganze Menge. Nochmal mehr als im letzten Jahr.

Haare länger oder kürzer?

Eindeutig länger. So finde ich sie jetzt wieder richtig gut, meine Haare sind trotz ihrer Länge gesund, deswegen bleiben sie jetzt so.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ich war erst neulich beim Augenarzt, weil ich merkte, dass meine Kontaktlinsen nicht mehr passten, ich sah einfach nicht mehr richtig. Natürlich befürchtete ich, dass sich meine Sehkraft verschlechtert haben müsse. Hat sie aber nicht, nein, das Gegenteil war der Fall: Ich sehe besser! Eine Auswirkung meines „fortschreitenden Alters“ (Zitat des Augenarztes, vielen Dank an dieser Stelle), da sich bei manchen Menschen eben dadurch die Netzhaut wieder verstärke. Na gut. Wie auch immer. Ich habe nun neue Linsen und eine neue Brille und den vollen Durchblick.

Ansonsten baue ich weiterhin auf meinen Weitblick und versuche gleichzeitig die Dinge im Blick zu haben, die jetzt stattfinden, die ich jetzt genießen kann, weil wir alle einfach gar nicht wissen, was uns die Zukunft bringen wird.

Mehr ausgegeben oder weniger?

In etwa gleich viel.

Die teuerste Anschaffung?

Unser wundervolles Marimbaphon.

Das leckerste Essen?

Hauptsache mit viel Liebe und Herz zubereitet oder einfach nur bereitgestellt. Wichtig ist eigentlich in erster Linie, mit wem man isst.

Das beeindruckendste Buch?

„Fünf am Meer“ (Emma Sternberg) und „Die letzten Tage der Rabbit Hayes“ (Anna McPartlin)

Der ergreifendste Film?

Ein ganzes halbes Jahr. Hier waren ausnahmsweise das Buch und der Film wundervoll.

Die beste CD?

CDs kaufe ich mir eigentlich gar keine mehr, ich höre meine Musik über einen online-Anbieter oder lade sie mir herunter. Deswegen mache ich einfach mal „beste Musik“ aus dieser Frage. Ich verehre ja seit Jahren, was sage ich, Jahrzehnten deutschsprachige Songpoeten und Musiker. Als jemand, der selbst unheimlich gerne Texte schreibt und Musik liebt, ist das wohl unumgänglich. Diese Gesamtheit von Klang und Wortkraft ergibt für mich unheimliche Vollendung von Kunst. Stundenlang könnte ich mich darin verlieren, indem ich zuhöre oder selber singe. Herrlich.

Das schönste Konzert?

Auftritte von King Ralf beeindrucken mich sehr. Und dann natürlich die Konzerte des Modern Symphonic Percussion Ensembles unter Leitung von Hubert Müllerschön. In letzterem wirken Krissi, Ben und Eli mit.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Mit Schule und mit der Familie.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Mit den mir wichtigsten Menschen.

Vorherrschendes Gefühl 2016?

Erschütterung, Demut, Dankbarkeit, Erstaunen, Liebe und großes Vertrauen.

2016 zum ersten Mal getan?

Einen Schritt gewagt.

2016 nach langer Zeit wieder getan?

Die Zeit vergessen.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können:

Ungewissheit, Lehrermangel, fehlende Zeit.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Dass man  Geschenke (wie z.B. auch geschenkte Zeit) nicht gezwungenermaßen zurückgeben muss, sondern dass das ganz von alleine geschieht, wenn man es ehrlich miteinander meint. Geschenkte Zeit ist geschenkte Liebe. Und Liebe kann man nicht ausrechnen. Und Zeit ist unersetzbar.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Freundschaft und Zeit für die, die mir nahe stehen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Freundschaft und Zeit. Die bedingungslose Liebe meiner Kinder.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Du bist die süßeste Mama.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

„Danke.“ Nur ein kleines Wort. Für mich so viel Bedeutung.

2016 war mit 1 Wort…?

Aufregendstressigwundervollsympathischbeängstigendeiligvollerüberraschungen

 

Nun wünsche ich Ihnen allen ein glückliches und gesundes Jahr 2017! Alles Gute für Sie und Ihre Familien.

Es grüßt Sie

Karolin Ziegler

Hier finden Sie die Jahresrückblicke 2015 und 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auszeit zum Heulen. Oder: Typisch Zwillinge!

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Es gibt immer wieder Vorkommnisse, die wohl nur Zwillinge kennen, Situationen, die dieser besonderen Geschwisterkonstellation vorbehalten sind.

Mittagschule. Schwimmunterricht bei Ben und Eli (beide 7).

Ben ist es zu laut im Duschraum. Alle brüllen durcheinander. Kurzerhand hält er sich deshalb die Ohren zu.

Und schreit: „RUUUUHEEE!“

Die Lehrerin hört genau das. Und Ben, der ansonsten in der Schule immer zu den ruhigsten gehört, ist entlarvt.

Er bekommt als Sanktion eine 10-minütige Auszeit, darf also die erste Zeit den Schwimmunterricht vom Beckenrand aus ansehen. Gut.

Zu Hause erzählt Eli uns von dem Vorfall.

Ben ergänzt die Ausführungen seines Bruders: „Und Eli hat dann noch geweint.“

Ich erkundige mich nach dem Grund für Elis Weinen in der Schule.

„Ich musste weinen, weil Ben die 10-Minuten-Strafe bekommen hat!“, sagt Eli daraufhin.

So viel zur Solidarität unter Zwillingen. Emotionale Erlebnisse äußern sich bei unseren Zwillingen immer wieder gegenseitig. Der eine trägt die Gefühle des anderen nach außen. Wir sehen an Eli, wie es Ben geht. Und umgekehrt. Sie spiegeln sich und teilen sich so mit.

Kennt ihr solche Beispiele auch? Ich freue mich über Erfahrungsberichte per Mail, Kommentar oder auf Twitter oder Facebook!

 

 

 

Bye bye 2015. Oder mein ganz persönlicher Jahresrückblick

Das Ende naht. Zumindest das Ende des Jahres 2015. Zeit, hier meinen Jahresrückblick zu verfassen. Ich werde mich an die gleichen Fragen halten, wie im letzten Jahr. Spannend, was dabei in diesem Jahr herauskommt!

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Zugenommen oder abgenommen?
Abgenommen. Über 8kg und somit wiege ich wieder so viel wie vor den Kindern und trage wieder Kleidergröße 36. Darauf bin ich stolz. Wie ich das gemacht habe? Ernährungsumstellung.
Haare länger oder kürzer? 
Gleiche Länge. Passt genau für mich. Ich kann die Haare offen oder als Zopf tragen.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Augentechnisch ohne Kontaktlinsen nach wie vor blind wie ein Maulwurf. Familientechnisch sehe ich mir gerne alles von der Nähe ganz genau an, um diese wundervollen Momente mit meinem Mann und den Kindern zu genießen. Jobtechnisch halte ich an meinem Weitblick fest. Ich bin die letzten Jahre gut damit gefahren.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Da liege ich gut im Plan. Es standen in diesem Jahr keine großen Umbaumaßnahmen an. Aber ich habe schon welche in Planung 😉

Die teuerste Anschaffung?
Unser Urlaub und die Fahrtauglichkeit meines Familienvans… Dieser hatte im Oktober eine schwache Phase, musste zwei Mal abgeschleppt werden. Also der Bus. Nun ist er wieder wie neu!

Das leckerste Essen?
Omas Braten mit der unübertroffenen Soße.

Das beeindruckenste Buch?
Das Joshua-Profil von Sebastian Fitzek

Der ergreifendste Film?
Bach in Brazil und Honig im Kopf
Die beste CD?
Musik von Andreas Bourani, Johannes Oerding und Max von Milland
Das schönste Konzert?
Ganz klar: Das Minikonzert in Neu-Ulm mit Johannes Oerding. Die Karten habe ich für meine Mama und mich bei Radio7 gewonnen. Unvergesslich schön.image

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Mit meiner Familie und der Schule.
Die schönste Zeit verbracht mit…?
Mit meinem Mann, meinen Kindern, meiner Schwester, meinem Patenkind und Oma und Opa im Garten, beim Grillen, im Urlaub und an Weihnachten. Und dann zweimal ganz allein mit meinem Gatten ein paar Tage im Allgäu.
Vorherrschendes Gefühl 2015?
Demut, (Hoch-)Achtung, Vorsicht, Mitgefühl und Liebe

2015 zum ersten Mal getan?
Mein Patenkind in den Armen gehalten.

2015 nach langer Zeit wieder getan?
Jeden Tag des Biberacher Schützenfestes dort gewesen.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Meinen Unfall beim Fensterputzen. Angina der Kinder im Urlaub. Diese elende Migräne.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Die Bedeutung von Strukturen, Konsequenz und Nachhaltigkeit in der Kindererziehung. Nach wie vor mein Thema.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich habe versucht, so viel Zeit wie nur möglich meiner Familie zu schenken.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Die Liebe meiner Familie erfahren zu dürfen. Das Lachen meiner Kinder.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Mama, ganz ruhig bleiben. Tu runterfahren.“
„Meine Modell-Mama! So zarte Haut!“
„Ich hab dich soooooo lieb. Noch mehr als Roquefort-Käse.“ (Das ist in der Tat der Lieblingskäse meines Sohnes!)
(Alles Zitate meiner drei Kinder)

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ihr seid das wertvollste auf der ganzen Welt.

2015 war mit 1 Wort…?
Spannenderfülltwundervollinteressantglücklichintensivgemütlich.

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Start ins Jahr 2016. Ich freue mich, wenn Sie auch weiterhin bei uns mitlesen. Vielen Dank für die vielen schönen und aufbauenden Kommentare, Mails und Nachrichten des vergangenen Jahres.
Alles Gute!!

Noten verbessern durch Kopfkino. Oder: Warum Vorlesen eine tolle Chance ist.

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Kinder genießen es von klein auf. Und es bedarf keiner großen Dinge.
Nur ein Buch. Und Zeit. Und Zuwendung.
Kinder lieben es, wenn Papa oder Mama, Oma oder Opa sich mit einem Buch zu ihnen setzen und sich Zeit nehmen.
Zeit um vorzulesen. Zeit um ein Buch anzusehen.
Vorzulesen ist ein Fortführen von altem Kulturgut.
Schon im Kleinkindalter ist es wichtig, Bücher in den Alltag mit einzubeziehen. Bilder werden angeschaut und Kinder tauchen ein, um dort viele Dinge aus ihrer Lebenswelt und -wirklichkeit zu entdecken. Bilderbücher der verschiedensten Themenbereiche bieten unzählig viele Gesprächsanlässe mit Kindern. Laut einer britischen Studie können bereits wenige Monate alte Kinder Bilder von alltäglichen Gegenständen wahrnehmen und verstehen.
Kindern im Kindergarten- und Vorschulalter regelmäßig vorzulesen ist eine Chance, die Eltern nutzen sollten. Vorgelesen zu bekommen macht neugierig darauf, selbst das Lesen zu erlernen.

Doch: Wie ist es bei Schulkindern? Soll Kindern noch vorgelesen werden, obwohl sie schon selbst lesen können?
Die Antwort lautet ganz klar: Ja!
Unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Belgrad (Pädagogische Hochschule Weingarten) haben sich einige Schulen (auch meine Grundschule war dabei und wurde als „Vorleseschule“ zertifiziert) im Bereich „Vorlesen“ wissenschaftlich begleiten lassen.
Regelmäßig, also mindestens 3-4 Mal pro Woche wurde den Klassen für mindestens 10-15min vorgelesen. Dies kam bei den Kindern äußerst gut an. Sie freuten sich jeden Tag auf die Vorlesezeit, weil es eine Zeit ist, die zum Verweilen in der Geschichte einlädt, die es ermöglicht, der eigenen Fantasie nachzuhängen und sich wegzuträumen.
Das Kopfkino wird aktiviert, vor dem geistigen Auge spielt sich die vorgelesene Geschichte genauso ab, wie sich das Kind das ganze denkt. Kein vorgefertigter Film, keine vorgegebenen Bilder. Nein, das ureigene Denken und die innerste Fantasie werden aktiviert.

Und es ist erwiesen: Kindern, denen regelmäßig (mindestens 3-4 Mal pro Woche für mindestens 10-15 Minuten) in entspannter Atmosphäre vorgelesen wird, gelingen bessere schulische Leistungen. Die Noten der Kinder verbesserten sich in den Hauptfächern um bis zu eine ganze Note.
Desweiteren wurde in der Studie von Prof. Belgrad ganz deutlich, dass Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, sehr viel häufiger selbst zu einem Buch greifen um es zu lesen, als die Kinder, denen nicht vorgelesen wird. Eltern und Lehrer dienen also als sehr wichtiges Vorbild. Kinder, die nie erleben, dass ihre Eltern ein Buch lesen, werden das selber auch eher nicht tun.
Vorgelesen zu bekommen birgt noch eine weitere Chance: Auch diejenigen Kinder, die selbst Schwierigkeiten mit dem Lesen haben, haben die Möglichkeit, auf diese Weise an Literatur teilzuhaben. Bücher bleiben ihnen nicht verschlossen, sondern sie bekommen auf die für sie beste Weise Zugang zu literarischen Themen. Vorgelesen zu bekommen ist zudem weniger anstrengend als selber zu lesen, weil das Entschlüsseln der Buchstaben wegfällt. Gerade Kindern mit Problemen in diesem Bereich kommt dies sehr zu Gute. Sie können sich ganz auf den Inhalt des Buches konzentrieren. Nach einiger Zeit des Trainings im Umgang mit Literatur auf diese Weise, fällt es den Kindern leichter, selbst zu lesen und die Lese-Technik sinnvoll anzuwenden.
Das Vorlesen kann noch unterstützt bzw. dessen Ergebnisse können noch optimiert werden, dadurch, dass man an geeigneten Textstellen das Vorlesen unterbricht und mit den Kindern in einen Dialog kommt. „Was meint ihr, was wird jetzt passieren?“ oder „Was hättest du an XYs Stelle getan?“ sind nur zwei von unzähligen Möglichkeiten, Kinder über das Buch zum Sprechen zu bringen und dabei die eigene Fantasie noch mehr anzuregen.

Feste Vorlesenzeiten und -rituale sind also wirklich gut einplanbar und in ihrer Wirkung nachgewiesenermaßen gewinnbringend und eine große Chance.

Quellen:
Studie von Prof. Jürgen Belgrad
Schon mit acht Monaten können Kleinkinder Bilder aus einem Bilderbuch verstehen

Ausgezeichnet! Oder: Dachbuben erhält den „LiebsterAward“!

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Pünktlich zu den Ferien darf ich mich über die Nominierung für den „LiebsterAward“ freuen! Vielen Dank, liebe Nadine, vom Blog „Berliner Kinderzimmer„, ich fühle mich geehrt und freue mich, dir und meinen anderen Lesern deine Fragen zu beantworten. Wen ich selber für den Award nominiere, ist unten zu lesen, ebenso meine damit verbundenen Fragen!

Aber nun stehe ich Rede und Antwort!

1. Wie sah dein Kinderzimmer aus? Gab es eine Lieblingsecke oder ein Lieblingsstück?
Ich sage nur: grün. Die Möbel meines Kinderzimmers waren grün. Das ist das allererste, was mir in den Sinn kommt, wenn ich an mein Kinderzimmer denke. Der Raum war groß und gemütlich und ich war gerne dort. Später, im Jugendalter, bekam ich andere Möbel, in einem hellen Holzton, weil ich irgendwann das Grün nicht mehr sehen konnte. Mein besonderer Stolz war mein ausziehbares Sofa, meine Chill-Zone, wie man es heute vielleicht nennen würde. Hier ruhte ich mich aus und spielte stundenlang Gitarre und ich sang schon damals leidenschaftlich gerne!

2. Wo verläuft für dich die Grenze zwischen Blog und Privatleben?
Mit einem Blog über die Familie gibt man automatisch sehr vieles an Privatem preis. Ich habe z.B. die Namen meiner Kinder abgeändert, in Anlehnung an ihre Zweitnamen. Das wissen die drei und sie erkennen sich in den Geschichten, die sie überaus gerne auch selber lesen, sehr gut wieder. Fotos meiner Kinder veröffentliche ich nur äußerst selten, gerne stelle ich Bildausschnitte ein. Niemals darf für mich das Bloggen ein Bloßstellen anderer sein. Ich kann allerdings sehr gut über mich selber und meine Missgeschicke lachen. Ich schreibe mit größtem Respekt über meine Familie, denn sie ist das beste, was mir je passiert ist und mein allergrößter Schatz.

3. Was magst du an anderen Blogs und was nicht?
Ich liebe Blogs, die mich zum Schmunzeln und Lachen bringen. Das sind meist ganz alltägliche Geschichten, in denen ich mich wiederfinde. Ebenso lese ich gerne Blogs, die von einer mir völlig fernliegenden Lebensweise berichten. Das ist spannend für mich, denn ich interessiere mich für alles und lasse mich unheimlich gerne auf andere Menschen ein.
Was ich nicht mag, sind Artikel, die vorverurteilen und keinen anderen Standpunkt zulassen.
Leben und leben lassen. In gegenseitigem Respekt vor der spannenden Vielseitigkeit.

4. Wo siehst du uns Blogger in 10 Jahren?
Ich denke, dass die Bloggerlandschaft immer größer und auch vielseitiger werden wird. Die Auswahl der zu lesenden Blogs wird noch weiter wachsen. Ich selber lasse es einfach auf mich zukommen. Mir macht das Schreiben Spaß und solange das so ist, werde ich auch Ideen haben, die ich zu Papier bzw. auf den Blog bringen werde.

5. Wo hat das Bloggen in deinem Alltag Platz – abends am Esstisch oder morgens im Office oder wann anders/woanders?
Ich bin kein Esstischblogger. Tablet und Smartphone sind beim Essen und auch am Esstisch tabu. Ich blogge, wenn ich die nötige Ruhe dazu habe. Wenn ich eine Idee habe, kann ich allerdings kaum warten, sie zu verbloggen. Ich schreibe dann meistens auf dem Sofa oder draußen im Garten, meistens am späten Abend oder an Wochenenden.
In der Schule arbeite ich nie an meinem Blog, da bin ich gedanklich wo ganz anders.

6. Überlegst du dir, ob deine Kinder deinen Blog später mal lesen werden und in wie weit beeinflusst dich das beim Schreiben?
Meine drei Kinder können mittlerweile alle lesen und ja, sie lesen meinen Blog. Sie fragen immer wieder danach und sie freuen sich, ihre ureigenen Geschichten zu lesen. Dass meine Kinder den Blog lesen, verändert mein Schreiben nicht. Ich bin authentisch und gehe mit allen Personen und Inhalten respektvoll in meinen Texten um. Und genau dann darf auch mal herzlich über sich selber oder die eine oder andere Begebenheit gelacht werden!

7. Was können wir als Blogger tun, um Interessen von Eltern besser zu vertreten (beispielsweise wenn es um Vereinbarkeit geht)?
Allem voran ist es wichtig, beim Schreiben authentisch zu sein. Andere nicht für ihre Lebensweise zu verurteilen. Über die verschiedenen Lebensformen von Familien berichten und entsprechende Artikel gegenseitig auf den Blogs verlinken, so dass eine große Leserschaft erreicht werden kann. Wir können mit unseren verbloggten Beispielen anderen Eltern Mut machen und sie in ihren Zielen bestärken. Das wäre mein Wunsch.

8. Was sagst du Leuten, die denken, Bloggen sei ein nettes Hobby für gelangweilte Hausfrauen?
So jemandem bin ich bisher noch nicht begegnet, bzw. mir gegenüber hat noch niemand diese Gedanken geäußert. Ich würde wahrscheinlich mich als Beispiel anbringen, denn ich bin als Rektorin und Autorin weder eine gelangweilte Hausfrau (gibt es überhaupt gelangweilte Hausfrauen?) noch ist das Schreiben „nur“ ein nettes Hobby. Vielmehr ist es (m)eine Leidenschaft.

Nun habe ich die ehrenvolle Aufgabe, mir wichtige Blogs für den „LiebsterAward“ zu nominieren.

Liebe Tanja,
ich nominiere deinen wundervollen Blog „Tafjora – einmal Frankreich und zurück – c’est ma vie“ für deine beeindruckend geschriebene, ganz persönliche Familiengeschichte. Frankreich hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.

Liebe Mandy,
ich nominiere dich und deinen interessanten Blog „Räuberhummel“ für die kreativen Dinge, die du nähst. Meine Kinder liebten deine Mützen über alles.

Liebe Katja,
deinen Blog „Grummelmama“ und dich nominiere ich für deine ganz besondere Art zu schreiben, so ehrlich, direkt und gefühlvoll und immer so unheimlich lesenswert.

Liebe Papillionis,
als kleines, symbolisches Geburtstagsgeschenk zum 5. Blog-Geburtstag und als Dank für deine tollen Rezensionen über vorrangig Kinderbücher nominiere ich dich und deinen Blog „Papillionis liest“ für den Award.

Liebe Caroline,
weil ich so unsagbar gerne bei dir lese, nominiere ich dich und deinen Blog „Carolines Mami Blog“ für den LiebsterAward. Dein Bezug zu Frankreich veranlasst mich zudem, immer wieder bei dir reinzuschauen.

Wie geht es nun weiter?

Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
Beantworte die Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
Nominiere weitere Blogger für den Liebster Award.
Stelle eine neue Liste mit Fragen für deine nominierten Blogger zusammen – oder beantworte einfach die gleichen Fragen, die ich auch beantwortet habe.
Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award Blog-Artikel.
Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.
Hier nun meine Fragen:
1. Welches Tier beschreibt dich am besten und warum?
2. Was bringt dich richtig zum Lachen?
3. Wo in deinem Haus/in deiner Wohnung bist du am liebsten?
4. Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?
5. Wo siehst du dich und deinen Blog in 10 Jahren?
6. Was würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?
7. Welcher Tag ist für dich der schönste im Jahr?

Nun ran an die Tasten, ich freue mich, von euch zu lesen!

Pro Bundesjugendspiele! Oder: Ein Plädoyer aus Sicht eines Kindes.

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Ich freue mich das ganze Jahr darauf und kann sie kaum erwarten: Die Bundesjugendspiele. Eine aktuelle Petition soll dafür sorgen, dass sie abgeschafft werden sollen. Das will ich nicht!

Nein, ich bin nicht eines der Kinder, welches jedes Jahr eine Ehrenurkunde mit nach Hause bringt. Es reichte bisher auch nicht zu einer Siegerurkunde. Aber ich nehme gerne teil und genau das steht auf meiner Urkunde: Teilnahmeurkunde (von meiner Lehrerin selbst entworfen, nicht an vielen Schulen gibt es das so, leider).

Ich bin keine Sportskanone, das ist mir bewusst. Aber darunter leide ich nicht. Ich freue mich mit meiner Freundin, die einfach eine brillante Sportlerin ist. Das ist ihr Tag, einer der wenigen, an denen sie zeigen kann, was sie drauf hat. Ich sehe sie strahlen und klopfe ihr stolz und auch bewundernd auf die Schulter.

Ich habe nur wenige Punkte erzielt, denn gut bin ich nur im Kurzstreckenlauf. Beim Weitwurf habe ich beim ersten Versuch den Ball beim Ausholen des Armes verloren und rückwärts geworfen. Den zweiten Versuch habe ich buchstäblich in den Sand gesetzt und direkt vor mir voller Kraft in die Erde gedonnert. Natürlich war das ein Anlass, zu lachen. Aber nicht nur für die andern: Auch für mich. Denn ich weiß, dass ich andere Dinge einfach besser kann. Mathe z.B., , Aufsätze schreiben oder ungeübte Diktate, mit welchen meine Freundin immer zu kämpfen hat.

Meine Eltern haben mich gelehrt, mit Niederlagen umgehen zu können und auch meine Stärken als solche wahrzunehmen. Und deswegen kann ich mich auf den Wettkampf der Bundesjugendspiele jedes Jahr freuen. Denn die Spiele machen mir Freude. Weil ich mich gerne draußen mit meinen Freunden bewege und weil ich so tolle Freunde habe, die mich noch anfeuern auch wenn schon abzusehen ist, dass mein Wurf keine große Weite erreichen wird. Weil ich so akzeptiert werde, wie ich bin. Weil ich stolz bin, meine Freundin über sich hinauswachsen zu sehen. Weil ich für meine ganz persönliche Leistung von meiner Lehrerin gelobt werde, weil ich dieses Mal doch einen minimalen Hauch besser war, als beim Üben, obwohl meine Ergebnisse in der Messtabelle gar nicht erst auftauchen.

Bei der Urkundenübergabe wird kein Unterschied gemacht. Meine Lehrerin überreicht jedem seine Urkunde und gibt dabei jedem Kind die Hand. Sie hat die Urkunde in ihrer schönsten Schrift gemalt und ausgefüllt und ich werde sie neben die anderen Teilnahmeurkunden in meinem Zimmer hängen. Und jedes Kind, das zu mir zum Spielen kommt, kann sie sehen. Noch nie würde ich dafür ausgelacht. Warum auch? Ich war dabei und kann damit leben, hier nicht mit den Guten oder gar Besten mithalten zu können.

Wenn man die Bundesjugendspiele abschaffen würde, dann müsste man die anderen Dinge auch abschaffen. Auch wenn unsere Lehrerin niemals die Noten der anderen Kinder in der Klasse vorliest, so wissen wir alle ziemlich genau, wer in welchem Fach richtig gut ist und wer noch etwas Schwierigkeiten hat. 

Das war mein ganz persönlicher (Rück-) Blick auf die Bundesjugendspiele. Genauso empfand ich es damals, vor ca. 30 Jahren. Heute erlebe ich die Bundesjugendspiele als Lehrerin und Schulleiterin. Es ist wichtig und unerlässlich, eine Atmosphäre zu schaffen, in welcher Toleranz und Empathiefähigkeit eine feste Basis sind. Das gilt nicht nur für die Bundesjugendspiele, das gilt für alle Bereiche der schulischen Arbeit. Das soziale Netz einer Klasse, ja einer Schule, muss so stark sein, dass es auffangen kann. Das ist nicht einfach, im Gegenteil, es ist eine der vielen (spannenden!) Herausforderungen von Schule und Pädagogik. Aber es ist eindeutig machbar, wenngleich es vielfältiger Übungen und sorgfältiger Beobachtung durch die Lehrkräfte bedarf.

Weiter ist es notwendig, mit Niederlagen und Schwächen umgehen zu können. Von Grund auf. Konstruktiv. Nicht destruktiv. Nicht alleine, sondern mit Beistand durch Eltern, Lehrer und Freunde. Ab und an gerne mit einer angemessenen Dosis Humor an der einen oder anderen Stelle. Wird diese Fähigkeit schon im Kindesalter angebahnt bzw. gefördert, ist dies in der weiteren Biografie eine große Erleichterung. Denn die Niederlagen werden im Leben nicht ausbleiben.

In diesem Sinne wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern schöne Bundesjugendspiele!