Reihe: „Schulgeschichten im Doppelpack!“: Lisa: „Ihnen tut die ‚Einzelkind‘-Luft wirklich gut!“

Lisa Harmann

1.) Beschreibe dich und deine Familie.
Wir, das sind mein Mann, ich und unsere Kinder, ein Mädchen (8) und eineiige Zwillingsjungen (6).

2.) Welche Klasse besuchen deine Zwillinge bzw. werden sie demnächst eingeschult?

Unsere Zwillinge waren zwar erst für den Oktober geplant, kamen aber bereits Ende September zur Welt. In NRW ist es so, dass alle Kinder, die bis zum 30.9. sechs Jahre alt werden, zur Schule müssen. Also sind unsere Zwillinge bereits Erstklässler.

3.) Gehen deine Zwillinge gemeinsam in eine Klasse? Besuchen sie jeweils eine Parallelklasse? Bzw.: Werden deine Zwillinge gemeinsam in eine Klasse gehen oder werden sie z.B. jeweils eine Parallelklasse besuchen?

Unsere Jungen gehen in zwei verschiedene Klassen an derselben Schule.

4.) Wieso habt ihr so entschieden? Was waren die Gründe? Oder entschied dies die zuständige Schule?

Bei uns an der Schule ist es tatsächlich so, dass Geschwisterkinder nicht in eine Klasse kommen. Bei uns gibt es eine Eingangsstufe, das heißt, die Erst- und Zweitklässler werden zusammen unterrichtet und es könnte öfter zu Geschwisterkonstellationen kommen. Das wird aber verhindert. Wir hätten uns aber auch so für die Trennung der Beiden entschieden, da wir auch im Kindergarten gute Erfahrungen mit getrennten Gruppen gemacht haben. Wir haben von Anfang an darauf geachtet, unsere beiden Jungs als zwei Individuen zu betrachten. Sie trugen nicht dieselben Klamotten und durften sich so entfalten, wie sie wollten. Es herrscht eine ziemliche Konkurrenz zwischen ihnen. Als sie noch nicht in getrennten Gruppen waren, stritten sie irgendwann sogar um Freunde. „Nein, der ist mein Freund.“ „Nein meiner.“ Das ist nicht schön. Außerdem ist da der ständige Vergleich. Und für die Lehrer wäre es ja auch nicht einfach, die beiden individuell zu beurteilen, weil sie sich sehr ähnlich sehen. So hat nun jeder seine Lehrerin („Meine ist die Schönste.“ „Nein, meine.“) und seine Freunde und auf dem Schulhof  treffen sie sich. Bei den Hausaufgaben ist es natürlich trotzdem manchmal so, dass der eine sagt: „Äh, das haben wir ja schon längst fertig, das Arbeitsblatt“. Aber es lässt sich eben nicht alles vermeiden.

4.) Welche Erfahrungen habt ihr/hast du mit der Situation (vgl. Frage 3) gemacht? Seid ihr zufrieden? Glücklich? Positiv/negativ überrascht? Gibt es Punkte, die nicht so laufen, wie gewünscht? Unzufrieden? Enttäuscht? Wie geht’s den Kindern damit? Gerne können hier auch Beispiele angeführt werden.

Wie oben schon beschrieben. Wir finden es super, dass jeder seine eigenen Erfahrungen machen kann und sich auch mal getrennt vom Bruder ausleben kann. Was mir als Mutter am Anfang scher fiel, war, dass der eine in eine Klasse kam, in der er viele Kinder schon kannte und der andere in eine Klasse kam, in der er niemanden kannte. Aber ehrlich gesagt war das eher ein Elternproblem, als ein Kinderproblem. Der, der niemanden kannte, wurde nach drei Wochen bereits zum Klassensprecher gewählt. Kinder können uns in solchen Dingen wirklich ein Vorbild sein. Dass sie in getrennte Klassen gehen ist für uns also eine tolle Lösung. Einzig beim Alter zweifle ich noch etwas. Sie kamen mit 5 in die Schule und hätten meines Erachtens gut noch mindestens ein halbes Jahr Kita vorher vertragen können. Sie kriegen zwar die Rechenaufgaben gut ausgerechnet, aber die Zahlen dann richtig hinzuschreiben, bedarf einiger Konzentration. Es werden halt viele Dinge gleichzeitig gefordert. Aber auch das ist wohl wieder eher ein Elternproblem. Die Kids wirken ganz glücklich mit ihrer Schullaufbahn.

5.) Habt ihr/Hast du Tipps für Zwillingseltern, die diese Entscheidung noch vor sich haben?

Ich hüte mich immer gern vor Tipps für andere, weil jede Familie andere Prioritäten hat, weil alle Kinder unterscheidlich sind und weil es keine Pauschalrezepte gibt. Für uns fühlt sich diese Variante genau richtig an, unsere Zwillinge geraten aber auch einfach häufig aneinander und ich habe das gefühl, dass ihnen die „Einzelkind“-Luft in der Schule wirklich gut tut. Bei anderen kann es aber eben ganz anders sein. Der einzige Tipp, den ich geben kann, ist, sich seine Kinder genau anzuschauen und zu überlegen, was für sie die beste Lösung sein könnte.

Vielen herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen und die Erlaubnis, die Angaben und das Foto hier veröffentlichen zu dürfen.

Lisa Harmann von stadtlandmama.de bzw. www.nusenblaten.de oder der Kolumne Doppelstunde zur Einschulung/Schule unserer Jungs: http://www.ergobag.de/blog/post-von-lisa.

 

Weitere Artikel aus der Reihe „Schulgeschichten im Doppelpack!“ gibt es hier:

Karolin Ziegler aus Sicht einer Schulleiterin und Mama

Stefanie im Interview

Isabel berichtet

Katjas Zwillinge besuchen dieselbe Klasse

Diana und ihr Mann wählten einen anderen Weg für das Wohlergehen ihrer Zwillinge

Anjas Zwillingsmädchen besuchen gemeinsam eine 2. Klasse

Anetts Zwillinge gehen gemeinsam in die 4. Klasse

Yvonnes eineiige Zwillingsmädchen besuchen eine Klasse einer kleinen Dorfschule

Manja: „Es wäre besser gewesen, zusammen zu bleiben.“

Melanie über ihre eineiigen Buben und die Schule

Isabelles Zwillingspärchen wird im September eingeschult

Nicole schätzt den organisatorischen Vorteil einer gemeinsamen Klasse

Kathrin lebt in den USA und empfiehlt, selbstbewusst und ohne Vorurteile an das Thema heranzugehen

Sonja: „Alle Kinder aus unserer Dorfbauernschaft kommen in eine Klasse.“, Simones Zwillinge besuchen die 1. Klasse einer Sprachheilschule

Anja ist für eine Trennung ihrer Zwillinge innerhalb der Gruppe

Verenas zweieiige Zwillinge sollen in eine Klasse gehen, jedoch nicht nebeneinander sitzen.

Patricias Zwillinge gehen in die 4. und 5. Klasse

Daniela ist für die Trennung ihrer eineiigen Zwillinge, Yvonnes Zwillinge gehen in eine Klasse, obwohl die Schule für eine Trennung war

Katja: Wir hadern mit unseren Gefühlen.

 

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2 Gedanken zu “Reihe: „Schulgeschichten im Doppelpack!“: Lisa: „Ihnen tut die ‚Einzelkind‘-Luft wirklich gut!“

  1. Bei Zwillingen würde ich mich auch immer dazu entscheiden diese in der Schule zu trennen. In der Familie sind Zwillinge vorhanden und es ist so schade, dass die immer wieder miteinander vergleichen werden. Vor allem, weil einer der beiden seinem Alter etwas voraus und der andere eventuell ein wenig hinter her ist. Da war man auch am überlegen die Kinder komplett auf unterschiedliche Schulen zu schicken. Nun sind sie auf der gleichen Schule, aber in getrennten Klassen. Ich finde das absolut richtig so! Zumindest bei diesen beiden tat es gut, dass sie auch mal voneinander getrennt sind und nicht mehr im direkten Vergleich stehen. Zumindest in der Schule…

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