Oma und Opa. Oder: Eine wundervolle Beziehungsgeschichte.

Krissi (7) war gerade mal 8 Wochen alt, da übernachtete sie zum ersten Mal auswärts. Ohne mich und ohne Papa.
Bei Oma und Opa. Der eine oder andere wird nun vielleicht kopfschüttelnd vor diesen Zeilen sitzen und denken:
‚Wie kann man nur…‘
Ein paar Tage später war meine Mutterschutzzeit zu Ende. Während ich in Teilzeit wieder als Lehrerin in der Schule arbeitete, war Krissi solange bei Oma. Jeden Vormittag ca. 3 Stunden.
‚Wie kann man nur…‘
Als ich mit Ben und Eli (5) schwanger war und urplötzlich wegen starker Komplikationen ab der 24. Schwangerschaftswoche bis zum Schluss liegen musste und wochenlang im Krankenhaus war, war Krissi 1 Jahr alt. Dass es für die Kleine gar kein Problem darstellte, für diese Zeit (zumindest zum großen Teil, denn Joe musste als Schulleiter in der Schule sein) bei Oma und Opa zu sein, verdanken wir genau den Aufenthalten dort, für welche wir von manchen zunächst ja kritisch beäugt wurden.
‚Ihr habt das richtig gemacht!‘, änderten sie zum Teil ihre Meinung.

Als Ben und Eli dann 5 Monate alt waren, war es Joe und mir, zum ersten Mal seit wir Kinder hatten, möglich, ein Wellness-Wochenende zu zweit zu verbringen. Oma und Opa boten von sich aus an, für diese Zeit die Kinder zu hüten. Wohlgemerkt, 3 Kinder unter 2 Jahren.
Es folgte bis Krissi eingeschult wurde regelmäßig wöchentlich ein „Oma-Tag“ der Kinder. Mit Übernachtung dort. Kurz: Highlights der Woche.

Highlights für wen?
Zum einen für Joe und mich, weil es uns so möglich war, neben Beruf und Haushalt, Kindererziehung und Schule, einfach mal durchzuatmen, innezuhalten, zu zweit etwas zu unternehmen, in Ruhe zu essen (und zwar auch mal einfach genau das, worauf man selber Lust hatte und nicht das, was alle Kinder am wahrscheinlichsten mochten) und die Chance zu haben, länger als 2 Stunden am Stück schlafen zu dürfen (was uns über drei Jahre lang durch unsere Zwerge mehr oder weniger charmant verwehrt wurde).

Zum anderen für Oma und Opa, die es bis heute sichtlich genießen, die Kinder um sich zu haben, die sie auch ein Stück weit verwöhnen dürfen, die sich Zeit nehmen können für tolle Ausflüge und Nachtwanderungen, die durch die Kinder selbst noch ein Stück ihrer Kindheit bewahren können und durch die drei so oft zum Lachen gebracht werden.

Ganz besonders jedoch für die Kinder: Keine Eltern der Welt können ihren Kindern so viel mit auf den Weg geben, wie dies Großeltern tun können: Einen reichen Erfahrungsschatz gepaart mit Zeit und gebettet in Liebe, jedoch ohne die elterliche Pflicht, erziehen zu müssen. Sie erziehen natürlich auch; in all‘ den vielen Dingen, die gemeinsam unternommen werden liegen so viele Regeln, die eingefordert werden und verbindlich gelten. Unsere Großeltern ziehen am gleichen Strang wie wir es tun. Aber sie setzen sich dabei weniger unter Druck, als Eltern das oft tun, um bestmöglich zu erziehen. Von Oma und Opa gibt es bestimmt eher mal ein zusätzliches Gummibärchen, während Mama und Papa darüber nachdenken, ob dieses eine Bärchen wirklich sein muss.
Voller Stolz berichten mir die Kinder immer wieder, sie haben bei Oma und Opa gaaaanz lange aufbleiben dürfen, wenngleich es sich hierbei maximal um eine halbe Stunde Verlängerung handelt. Aber genau dieses Gefühl, welches die Kinder dadurch erleben, ist eines der großen Highlights.

Wenn die Kinder dann wieder nach Hause kommen und freudestrahlend in Mamas und Papas Arme stürmen und vieles zu erzählen haben, weiß ich, dass es gut ist, so wie es ist. Ich weiß auch, was mir als Kind immer fehlte: Oma und Opa. Meine Großeltern durfte ich zwar alle noch kennen lernen, jedoch waren sie gesundheitlich sehr gezeichnet.

Deswegen bin ich im Namen unserer Kinder unendlich dankbar. Oma und Opa, ihr seid so unheimlich wertvoll.
Danke von Herzen an die beste Oma und den besten Opa der Welt.

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2 Gedanken zu “Oma und Opa. Oder: Eine wundervolle Beziehungsgeschichte.

  1. Ja, tolle Großeltern sind so viel wert! Wir haben auch welche, zum Glück, und ich kann gar nicht dankbar genug sein dafür. Ich habe den Eindruck, viele Menschen können das gar nicht verstehen, dass so etwas wirklich eine rundum symbiotische Beziehung sein kann. Da gibt es bestimmt noch einige, die „wir könnt ihr nur“ denken, weil ihr (und wir) die Kinder regelmäßig zu den „armen alten Leuten“ abschieben. Umso wertvoller ist das Gefühl eines wirklich funktionierenden Familienzusammenhalts über Generationen hinweg.

    Viele Grüße,
    Lena

    • Liebe Lena, vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar! Ich freue mich sehr für euch und eure Kinder, dass ihr auch so tolle Großeltern habt! Alles Gute und viele Grüße Karolin

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