Au Backe! Oder: Weinende Stellvertreter.

Ein grelles Schreien. Ich schmeiße meinen Malerpinsel schlagartig aus der Hand, mit dem ich soeben die Wohnzimmerwand verschönerte. Ich weiß sofort, dass einem der Zwillinge etwas passiert sein muss, auch wenn ich dem Weinen, welches durch Mark und Bein geht, nicht entnehmen kann, ob es Ben oder Eli ist. Ich rase aus dem Haus.
Es ist Ben. Joe rennt zu ihm, er ist auch draußen. Ich sehe das Fahrrad auf der Straße liegen. Zum Glück kein Auto (wir wohnen in einer seltenst befahrenen Sackgasse) zu sehen.
Ben (5) hat eine klaffende Wunde am Kinn, durch bis auf den Knochen. Joe packt ihn ins Auto, sofort zum Arzt.
Nach dem Nähen kommen die beiden wieder. Krissi (7), Eli (5) und nehmen sie sorgenvoll in Empfang. Ben ist unheimlich tapfer, lacht uns sogar schon ein bisschen an, so gut das eben mit der verpflasterten Verletzung geht. Eli hingegen weint herzzerreißend, so sehr fühlt er mit seinem Zwillingsbruder mit: „Ich wahaheine fühür Behen mihit!“, schluchzt er.
Es dauert nicht lange, da weint Krissi auch.
Ben hingegen schaut seine Geschwister an und streichelt sie an den Händen, als ob er sie trösten möchte.

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2 Gedanken zu “Au Backe! Oder: Weinende Stellvertreter.

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