Hallo Frau Z.! Frau Zä-hät?!? Oder: Eine Dekade Liebe

image31.12. – Kurz vor 18 Uhr fängt es zu schneien an. Nervös bin ich, innerlich verspüre ich eine positive Unruhe und Aufregung, denn nur noch wenige Minuten bin ich davon entfernt, einen Schritt zu wagen, der die Weichen neu stellen soll. Aber ich bin nicht alleine. Alle die Menschen, die mir wichtig sind, haben heute den Weg zu uns nach Kuhbach gefunden, nobel gekleidet. Das berührt mich, ja, rührt mich zu Tränen. Ich blicke noch ein letztes Mal in den Spiegel (ich kann nicht sagen, wie oft ich das heute bereits tat), um mich zu versichern, dass alles perfekt ist. Für mich. Nicht nur für mich.
Eine Stunde später verlassen wir das örtliche Rathaus. Beim Hinausgehen werden wir mit Wunderkerzen empfangen. Herrlich, das erinnert mich an meine Kindheit und die wundervolle heile und sorgenfreie Zeit.
Hände werden geschüttelt, herzliche Umarmungen verteilt. Joe und ich steigen ins Auto. Alle anderen tun es uns gleich und fahren uns hupend hinterher. Unser Ziel ist ein Restaurant, in welchem wir schon erwartet werden. Festlich gedeckte Tische harmonieren erstklassig mit den Düften, die aus der Küche schweben und mit dezenter Musik. Die Restaurantchefin ruft freundlich nach einer Frau Z., welche aber nicht antwortet. „Frau Zä-hätt? Herzlichen Glückwunsch!“ Ich sehe mich um, kann diese Frau Z. auch nirgendwo entdecken. Erst jetzt geht mir auf, dass ich gemeint sein könnte. Ich werde zum allerersten Mal mit diesem Namen angesprochen. Es ist ungewohnt, obwohl ich schon vor Wochen begann, die Gestalt meiner künftigen Signierung auszutüfteln und zu üben.
Wir feiern die ganze Nacht, in freudiger Spannung auf das, was das Leben für uns in Zukunft bereit halten wird.

Heute, auf den Tag genau 10 Jahre später, kann ich diese ungewisse Erwartung und vagen Spekulationen rückblickend mit Inhalten und vor allem Dankbarkeit füllen. Joe und ich sind nach 10 Jahren mindestens genauso glücklich verheiratet wie am ersten Tag. Selbstverständlich ist das nicht, denn mittlerweile haben sich einige unserer Freunde, die teilweise nach uns heirateten, längst getrennt bzw. scheiden lassen. Ich bin dankbar für unser Glück und dafür, dass Joe und ich das so wundervoll hinbekommen. In guten wie in schlechten Tagen.
Die Kunst ist es, zu bleiben, gerade dann, wenn ein Davonlaufen um so vieles einfacher wäre; zu reden, wenn man auch manchmal daran zweifelt, die richtigen Worte zu finden und regelrecht um Worte ringen muss; versuchen zu verstehen, wenn auch so manches sehr kompliziert zu sein scheint; zuzuhören, um die leisen Töne wahrnehmen zu können.
Liebe schafft alles, ist sie doch in der Tat sogar stärker als der Tod.

Die vergangenen 10 Jahre wurden durch unsere drei Kinder Krissi (7), Ben und Eli (5) zu einem unbeschreiblichen Segen und zu einem ganz besonderen Jahrzehnt. Ich weiß wirklich nicht, wie ich je ohne euch gelebt haben kann…

Heute feiert die ganze Welt einen besonderen Tag – Silvester. Und ich wünsche an dieser Stelle meiner Familie, allen unseren Freunden, Bekannten und meinen Bloglesern von Herzen einen guten Rutsch und ein glückliches, gesundes Jahr 2014.
Wir feiern in erster Linie Hochzeitstag. Dir, Joe, danke ich für dein „Ja“ heute vor genau 10 Jahren vor dem Standesbeamten und für dein tägliches „Ja“, das in den kleinen, ja manchmal vermeintlich unscheinbaren Dingen des Alltags steckt.
Danke für einen wundervollen gemeinsamen Weg, den wir hoffentlich noch weitere Jahrzehnte zusammen gehen dürfen.

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