Ärztliche Weisen. Oder: Konzert inmitten von Briefmarken

Joe musste gestern einige Dinge erledigen. „Ich gehe dann mal los zur Post!“, rief er mir in den Garten zu.
Krissi (6), Ben und Eli (5) hörten das natürlich, sprangen auf, rannten zur Garderobe, zogen sich in Rekordzeit ihre Schuhe an und wollten sofort mit.
Nun stellt sich vielleicht die Frage, was am Gang zur Post ach so spannend sein könnte, dass die Kinder sofort alles stehen und liegen lassen.
Wer jetzt beim Lesen genau darüber nachdenkt, kennt unsere (also die in der nächsten Stadt, denn hier gibt es so etwas Exotisches nicht) Postagentur nicht: Sie befindet sich nämlich im (einzigen weit und breit) Spielwarenladen.
Tolle Sache, aus Sicht der Kinder.
Kurz gesagt, die drei begleiteten Joe zur Post. Natürlich mussten sie in der Schlange stehen und warten, bis sie an der Reihe waren. Das lässt genügend Zeit, um sich die neuesten Spielsachen dort anzusehen.
„Nur mit den Augen schauen.“, legte Joe den Kindern nahe.
Ben war scheinbar so vertieft in seine Beobachtungen, dass er sich regelrecht vergaß und ausdrucksstark und in voller Lautstärke ein Lied von sich gab (Melodie original, Text ziemlich frei in Anlehnung an „Die Ärzte“):

Nur mit den Augen schau’n,
ihr Männer und Frau’n,
schmachten bis zum Morgengrau’n,
und dann wieder nach Hause abhau’n“

Erst als die Frau hinterm Schalter der Postagentur klatschte und andere Kunden herzlich aber liebevoll lachten, schien Ben sein Minikonzert zu realisieren. 🙂

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