Ausgestorbene Geister. Oder: Von Helden und Abenteurern

Herbstferien! Zumindest hier in Baden-Württemberg!
Diese Zeit verbinde ich, seit ich denken kann, mit Rübengeistern! Darauf freuten wir uns als Kinder schon kurz nach Weihnachten wieder (fürs kommende Jahr).
Aber heute trifft man sie wohl kaum noch an. Ausgestorben. Keine Rübenacker weit und breit. „Rüben kann man doch kaufen“, wird der eine oder andere mir nun gedanklich entgegenrufen. Sicher. Aber das ist nicht dasselbe. Wie abenteuerlich war es für uns Kinder, ganz heimlich, in Tarnkleidung und somit vermeintlich unsichtbar, zu den Feldern zu schleichen und für jeden eine Rübe auszubuddeln! Wir packten sie totaaal unauffällig in riesige Plastiktüten, die Blätter ragten heraus. Niemand erkannte unsere Beute. Dachten wir.
Wir fühlten uns als Helden und Abenteurer.
Anschließend fertigten wir unter größtem Arbeits- und Krafteinsatz die tollsten und skurrilsten Geister. Der Inhalt der Rüben ist steinhart. Dafür schmeckte er köstlich. Zumindest damals.
Krissi, Ben und Eli haben heute Kürbisgeister (Ja, bei uns dürfen sie Geister genannt werden. Ich kenne einige Familien, die dieses Wort aus ihrem Wortschatz verbannt haben. Dort gibt es Kürbisgesichter, aus pädagogischen Ab- Gründen) gemacht. Sie hatten eine riesen Freude daran! Und auch mir gefallen sie prima.
Dennoch: Vielleicht finden wir nächstes Jahr hier irgendwo einen Rübenacker. Ich würde es mir meinen Kindern wünschen. Auch wenn der Besitzer spätestens jetzt weiß, von wem dann die drei (vielleicht auch vier) Rüben-Lücken stammen werden…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s