Spiegel der Kindheit . Oder: Lesen ist ungesund!

Spielekonsolen an Omas TV-Gerät, Schnullerbacken mit Smartphones in ihren Kindergartentaschen, Lerncomputer mit Touch-Screen in den Räumen der Krabbelgruppen – Bücher haben ernsthafte Konkurrenten bekommen.
In der Schule kämpfen wir Lehrerinnen und Lehrer Tag für Tag, um unsere Schüler und Schülerinnen zum Lesen anzuhalten. Tägliche Lesehausaufgaben sind bei uns Standard. Wir engagieren Lesementoren und Vorlesepaten, besuchen Autorenlesungen, um die Kinder zum Lesen zu motivieren und ihnen die Welt der Bücher nahe zu bringen.

Halt! Lesen ist ungesund. Lesezeiten müssen begrenzt und mittels Wecker deutlich beendet werden. Zumindest bei Krissi (6). Denn sie ist im Bann der Bücherwelt, macht nichts anderes mehr, vergisst das Trinken, geht nicht nach draußen, es sei denn man entreißt ihr ihren aktuellen Schmöker. Am liebsten würde sie ihr spannendes Buch sogar mit aufs Fahrrad nehmen. Auf dem Klo ist es sowieso immer dabei.

Jeden Tag ein Buch. Und wenn es durch ist, kommt das nächste dran. Während viele Eltern über das Lesen einzelner Wörter („Ein Wort ich, ein Wort du“) mit ihren Kindern verhandeln müssen, diskutieren wir die Besuchstermine in der Stadtbücherei oder bitten Krissi, mit Ben und Eli (4) spielen zu gehen
– mit einem Schmunzeln im Gesicht, denn ich erinnere mich, dass meine Eltern damals ganz ähnliche Dinge zu mir sagten (faszinierend, wie sich Dinge nahezu identisch wiederholen)
– in schätzender Dankbarkeit, weil wir wissen, dass es sehr schwer sein kann, ein Kind zum Lesen zu bewegen.

(Lesementoren, Vorlesepaten und Autoren, die uns vorlesen sind natürlich unverzichtbar und absolut wertvoll für unsere Kinder!!)

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