Aufklärung. Oder: Geber-Mutter aus Plastik.

Joe und ich haben uns immer wieder Gedanken gemacht, ab welchem Alter  Kinder aufgeklärt werden sollten. Krissis (5) Fragen und Wissbegier nach zu urteilen ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt. Sie will alles bis ins kleinste Detail und auch wissenschaftlich fundiert erklärt haben. Zum Glück gibt es auf dem großen Markt der Bücher auch wunderbare Hilfsmittel, die auf kindgerechte und liebevolle Weise Eltern bei dieser Aufgabe unterstützen.

Da Krissi ihre Bücher ja selber liest, zieht sie sich mit dem Buch, das sich der Entstehung neuen Lebens widmet, auch mal alleine aufs Sofa zurück und wirft manchmal zum denkbar unguenstigsten Moment, nämlich wenn ich gerade telefoniere bei Bedarf ihre Fragen und Statements in den Raum.

„Mama, du musst mir ja immer alles geben.“, stellt sie neulich fest. „Das steht hier in diesem Buch!“  Ich verstehe nicht ganz und Krissi beginnt zu erklären: „Das ist doch ganz logisch. Ich bin in der Gebermutter gewachsen. Das bist ja wohl du. Deshalb musst du mir alles geben.“ Gebermutter. Ja klar. Deswegen. Ich habe es irgendwie schon immer geahnt. „Krissi, das heißt Gebärmutter, das kommt von gebären nicht von geben“. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr hat Krissi doch irgendwie Recht…

Auch Ben und Eli (3) sind bei unseren aufklärenden Gesprächen mit dabei und zeigen sich sehr interessiert.

Eli fasst zusammen und irgendwie beschleicht mich der Gedanke, dass die eine oder andere Lektion nochmal wiederholt werden muss : „Gell Mama, du bist aus Pappe entstanden?“ „Wie kommst du denn darauf?“ frage ich. „Weil es damals, als du geboren wurdest, noch kein Plastik gab, ganz einfach.“

Ich tue es mir nun nicht an, nachzuforschen, seit wann es denn nun Plastik gibt.

Allerdings schätzte mich vergangene Woche eine Schülerin der 1. Klasse auf 85 Jahre.

Sowas baut auf.

 

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3 Gedanken zu “Aufklärung. Oder: Geber-Mutter aus Plastik.

  1. diese pappenheimer…

    Immer wieder schön! :)))

    Unser Vorbild in solchen Dingen sind die Feuerwanzen, die, am Hintern zusammengeklebt, über die Wege laufen. Was machen die da, Mama? Sie übertragen Spermien… Was ist das? Usw.

    Der Gedankensprung zur Gebermutter war aber noch nicht da… husthust. 85 ist doch noch jung! ich werde auf 8 geschätzt. das finde ich auch nicht viel besser, das ist viel zu jung!

    liebe grüße und kopf hoch, liebe pappgebermama.

  2. Die Gebermutter…jaja. Das bleiben wir, unser ganzes Leben. Und die Gebermutter macht natürlich nicht Halt vor folgenden Forderungen: Ich will shoppen. Gebermutter, gib mir 50 Ocken. Aber Zackig.

    Haha.
    Alternativ: Kannst du mich um 1:30 Uhr von der Disco in der Stadt XY bitte mit dem Auto abholen?

    Na klar, ich bin doch die GEBERmutter.

    Danke für deine Erlebnisse.

    sagt die Heike Marie

    • Huhu Heike Marie, ja, Gebermutter bleiben wir wohl unbefristet 😉 Die Art und Qualität des Gebens werden sich im Läufe der Zeit verändern.
      Danke dir auch für deinen Blog, gefällt mir sehr gut! Grüße von Karolin

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