Strumpfhosen und Milchüberschwemmung. Oder: Mama ist die Letzte – immer und überall.

Krissi (5), Ben und Eli (3) sind Frühaufsteher.

Frühstaufsteher, um genau zu sein. Ausschlafen bedeutet bei uns, dass die Kinder aus Versehen mal bis 6.15Uhr verschlafen. Und das kommt selten vor.

Drei Kinder im Badezimmer, alle wollen gleichzeitig von ihrem Schlafgewand befreit werden, aber nicht wirklich viel selbst daran mitwirken.

So zieht sich das hin. Krissi ist noch nicht ganz wach (wieso bleibst du nicht einfach noch eine halbe Stunde im Bett??) und zieht sich ihre Schlafanzughose wieder an, nachdem sie sie eben endlich ausgezogen hatte.

Ben und Eli diskutieren währenddessen lautstark darüber, wem von den beiden denn nun welche Strumpfhose gehört – dabei spielt es keine Rolle, dass die beiden Exemplare exakt die  gleichen sind.

Irgendwann sind alle angezogen. Am Frühstückstisch bekomme ich fast die Krise, weil Eli zum dritten Mal meint, seinen Speisewunsch umändern zu müssen:

„Ich möchte bitte Nutella!“

„Eben wolltest du noch Honig, Eli.“

Missmutig nagt er an seinem Honigbrot herum. In der Zwischenzeit stützt sich Krissi mit dem Ellenbogen auf ihrem Marmeladebrot auf, natürlich haben wir heute das weiße Oberteil an. Ich schicke sie zum Umziehen…das wird dauern.

Ben erklärt mir, dass er erst in 10 Minuten Hunger haben wird, er habe doch eben erst zu Abend gegessen. So viel zum Zeitgefühl von Kindern.

Eli gießt seine Milch aus – nicht nur über den Tisch sondern auch über seinen Pulli und die Hose.

Ich rase die Treppen hoch, um ihm neue Kleidung zu holen. Als Ben Eli sieht, besteht er sofort darauf, auch umgezogen zu werden. Zwillinge durch und durch. Ich bin schon jetzt gespannt, wann die beiden verschiedene Klamotten akzeptieren werden.

Als endlich alle wieder angezogen sind, nutze ich diese Phase, um selbst ins Badezimmer zu gehen. Einen (!) Lidstrich und aufgetragenen Lidschatten später, werde ich gebraucht, das Lenkrad des Feuerwehrautos muss mit Sekundenkleber an seine ursprüngliche Stelle platziert werden, sonst kann unmöglich weiter gespielt werden. Dabei komme ich durch die Küche und stelle erschrocken fest, dass ich die Brotdosen vorhin zwar bereit gestellt aber noch nicht mit Inhalt gefüllt habe. 3 Äpfel schneiden, Joghurts aus dem Kühlschrank nehmen – eines fällt runter…Putzzeug aus dem Schrank nehmen…wischen…Brotdosen in die Kindergartentaschen  stecken.

Ben ruft: „Maaaaamaaaa!!! Ich brauhauche eiheinn Pflahaster!!“ und streckt mir seinen Finger entgegen, an welchem ich beim besten Willen nichts verletzungswürdiges entdecken kann. Ich mache ihm ein Wunderpflaster dran. FEHLER! Nun kommen auch Eli und Krissi und haben am jeweils gleichen Finger große Schmerzen. Drei Kinder mit Pflastern an den gleichen Stellen…Nun ja.

Mittlerweile ist es höchste Zeit, dass wir uns anziehen. Jeder war auf dem Klo. Noch ist es morgens draußen nicht allzu warm, also folgt das große Programm, bis auf Handschuhe. Stiefel, Schals, Mützen und Jacken hoch  3 sind eine Herausforderung!

Wir können los.

Ähm, wäre verdächtig normal. Natürlich muss Krissi nun doch noch auf die Toilette. „Ich musste aber eben noch nicht, erst jetzt!“ Sie zieht sich wieder aus, aus irgendwelchen Gründen auch die Schuhe(?). Während wir so warten, müssen Ben und Eli auch nochmal. So langsam wird mir warm. Auf die Uhr schaue ich lieber nicht.

Dafür erhasche ich durch Zufall einen Blick in den Spiegel und mir fällt schlagartig auf und ein, dass ich mein Schminken nur halb fertig bekommen habe. Ich eile ins Badezimmer, um mit minimalem Aufwand maximales Herauszuholen, Schaden zu begrenzen. Oh Gott, meine Haare…Augen zu.

Zurück zu den Kindern, die mittlerweile alle wieder angezogen in der Diele stehen und mich anlächeln *schwärm*. Was gibt es schöneres, als das Lachen der Kinder?

Ich weiß da was. Die nächste Frage nämlich, sie kommt von Eli:

„Mama, warum bist du denn immer als Letzte fertig am Morgen?“

Pünktlich erreichen wir den Kindergarten und ich die Schule.

Ein ganz normaler Vormittag.

 

Advertisements

3 Gedanken zu “Strumpfhosen und Milchüberschwemmung. Oder: Mama ist die Letzte – immer und überall.

    • Hihi, ja genau, dieser Kommentar kommt dann immer, denn ich bin ja die einzige, die dann noch keine Schuhe trägt und/oder keine Jacke… „Wieso muss man auf dich immer warten, Mama?“ lol

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s