Klassiche Rollenverteilung auf dem oberschwäbischen Lande. Oder: Zuckerbrot und Peitsche

Joe hat morgen Geburtstag.

Wir haben viele Leute eingeladen.

Das Haus wird voll werden.

Wir freuen uns alle schon sehr darauf.

Natürlich auch Krissi (5), Ben (3) und Eli (3).

Sie freuen sich vor allem auf die vielen Kuchen, die sie dann endlich essen dürfen, obwohl es schon heute im ganzen Haus danach riecht.

Ich weiß, das ist gemein.

Viele verschiedene Versuche werden gestartet.

Krissi: „Mama, wenn ich heute schon ein Stück Kuchen bekomme, dann esse ich auch eine Erbse.“

Eine.

Netter Versuch. Guter Tausch. Ich lasse mich nicht erweichen.

Ben: „Mama, ich habe aber sooooo großen Hunger!!“

Ich: „Magst du einen Apfel haben?“

Ben: „Nein, ich habe Hunger, habe ich gesagt!“

Ich: „Kinder, die Kuchen gibt es doch erst morgen zu Papas Geburtstag. Außerdem sind sie noch gar nicht fertig.“

Eli nähert sich mir mit ganz liebevollem Blick, der erahnen lässt, dass auch er dem Kuchenduft in der Küche nur schwer entsagen kann.

Ganz schnell haucht er mir mehrere, zärtliche Küsse auf mein Gesicht.

„So“, sagt Eli, „das reicht nun. Jetzt aber ganz schnell wieder Kuchen backen.“

Ob dieses klassische Rollenverständnis mit Oberschwabens Luft eingeatmet wird?

Wir haben es ihm jedenfalls nicht beigebracht.

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