„Guten Tag“! Oder: Wie man sich als Eltern unsichtbar machen kann…

Freundlich zu sein wird bei uns groß geschrieben. So versuchen wir natürlich, bestimmte Verhaltensmaxime in unseren Alltag zu integrieren und hoffen, dass unsere Kinder gerade alle drei wirklich nicht dabei sind, sollten wir unsere Nachbarin nicht grüßen.

Warum wir sie nicht grüßen? Nicht mehr, muss ich sagen.

Wegen ihrer Einmaligkeit. Sie ist etwas ganz besonderes. Denn für sie sind Joe und ich unsichtbar. Un.Sicht. Bar.

Aber nicht, weil wir etwa sehr klein wären oder gar Tarnkleidung trügen.

Auf phänomenale Weise existieren wir nicht, sobald wir ohne unsere Kinder auf sie treffen.

Kein „Guten Morgen!“ Nichts.

Ich spreche sie an als sie von einem Spaziergang zurückkommt und mir fast in die Arme läuft: “ Guten Tag, Frau XY. Das Wetter ist heute wirklich wieder traumhaft schön.“

Ein kurzes Zucken ihres Kopfes in meine Richtung. Noch schneller wieder zurück diese ganze Bewegung. Hat sie mich doch gehört? Oder gar meine Existenz bemerkt? Kein Laut von ihr zu vernehmen. Und sie geht weiter von dannen ohne ihre Schrittgeschwindigkeit oder ihren Gesichtsausdruck zu verändern.

Gut (eigentlich nicht gut), solche Leute gibt es wohl überall.

ABER…sobald Krissi (4), Ben (3) und Eli (3) bei uns sind, ist Frau XY die Freundlichkeit selbst.

„Hallo Familie Z.! Sie sind aber auch sehr oft draußen, das gefällt den Kindern. Und ihr drei seid ja süß!“

Lächelnd geht sie weiter und dreht sich mehrfach um, um den Kindern zuzuwinken und Joe und mir einen schönen Tag zu wünschen. Aufgrund unserer Vorbildwirkung auf unsere Kinder (und auch ein bisschen, weil wir ihr wirklich nette Worte zukommen lassen möchten) antworten wir auf ihren Gruß.

Aber eben nur, wenn die Krissi, Ben und Eli dabei sind.

Ansonsten sind wir ja unsichtbar. Irgendwann werde ich Frau XY fragen, wie das geht. Hin und wieder wäre es nicht das Schlechteste, kurzzeitig nicht zu sehen zu sein.

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Ein Gedanke zu “„Guten Tag“! Oder: Wie man sich als Eltern unsichtbar machen kann…

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