Das Leben einer Familie mit Tochter und Zwillingsjungs auf tiefstem Lande!

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Kettcars und Sonnenbrillen. Oder: Zwillingsgeburtstag

Vorgestern war es soweit: Geburtstag im Doppelpack, Ben und Eli sind nun 4 Jahre alt. Richtig coole Jungs sind sie mittlerweile, groessentechnisch können sie es locker mit Fünfjährigen aufnehmen. In Sachen Coolness sowieso.

Nichts, aber auch rein gar nichts erinnert daran, dass die beiden als Fruehchen zur Welt kamen. Eigentlich nicht zu fassen, dass Ben und Eli vor nur 4 Jahren so unheimlich klein waren. So “riesenmordsMäßig” (Eli) toll die beiden (und wir alle) es auch finden, dass Geburtstag ist, wird die Mama doch an diesen Tagen immer wieder etwas nachdenklich und ertappt sich dabei, wie sie immer mal wieder gedanklich in die Vergangenheit reist.

Ben und Eli haben von Oma und Opa Kettcars bekommen – das ist der Renner schlechthin. Schon morgens um 6(!!) Uhr, noch vor dem Frühstück, muss man “unbedingtlich” (Ben) nach draußen um mit Sonnenbrillen auf der Nase die Kettcars in Betrieb zu nehmen.

Herzlichen Glückwunsch und viele Küsse  nochmal an dieser Stelle, wenn auch nachträglich, denn so wie ihr mir jeden Tag sagt, habt ihr ja noch ein klitzekleines bissle Geburtstag, auch wenn der Geburtstag schon zwei Tage her ist. Wie wahr.

Backofen-Streik und geflickte Ohren. Oder: Kalender sind out

Wenn alles zusammenkommt, sich gefühlte 147 Termine auf knappe drei Tage verteilen, die einzige im Haushalt vorhandene Springform gerade jetzt ihren Dienst versagt, noch dazu der Backofen tolle Geräusche von sich gibt (aber nach einer halben Stunde noch immer Zimmertemperatur hat), bei drei Kindern gleichzeitig und schlagartig die Schuhe zu klein werden und sofort Ersatz her muss,  dann ist das ein – nein, DAS Zeichen dafür, dass mein Geburtstag ansteht. Kalender werden nicht mehr gebraucht.

Dazu kommt, dass wir gestern am späten Abend mit Ben(3) noch ins Krankenhaus fahren mussten, weil er unglücklich vom Stuhl stürzte und sich sein Aussenohr durchschnitt, da er das Regalbrett damit traf. Einige Stunden und aerztliche Stickereien mit Nadel und Faden später und offensichtlich ohne Gehirnerschütterung (obwohl sie in das Sammelsurium an Chaos gut gepasst hätte), ging es Ben zum Glück wieder relativ gut. Eli(3) hingegen hatte die ganze Zeit über wohl am meisten gelitten: Er weinte, verkraftete nur schwer die Trennung von Ben und hatte solidarisch Ohrenschmerzen und musste von Krissi(5) mit deren Arztkoffer notversorgt werden.

Falls morgen jemand Zwillingsjungs trifft, die jeweils ein mit Pflaster zugeklebtes Ohr haben, dann gratulieren Sie am besten der Mama zum Geburtstag ;-)

Klassiche Rollenverteilung auf dem oberschwäbischen Lande. Oder: Zuckerbrot und Peitsche

Joe hat morgen Geburtstag.

Wir haben viele Leute eingeladen.

Das Haus wird voll werden.

Wir freuen uns alle schon sehr darauf.

Natürlich auch Krissi (5), Ben (3) und Eli (3).

Sie freuen sich vor allem auf die vielen Kuchen, die sie dann endlich essen dürfen, obwohl es schon heute im ganzen Haus danach riecht.

Ich weiß, das ist gemein.

Viele verschiedene Versuche werden gestartet.

Krissi: “Mama, wenn ich heute schon ein Stück Kuchen bekomme, dann esse ich auch eine Erbse.”

Eine.

Netter Versuch. Guter Tausch. Ich lasse mich nicht erweichen.

Ben: “Mama, ich habe aber sooooo großen Hunger!!”

Ich: “Magst du einen Apfel haben?”

Ben: “Nein, ich habe Hunger, habe ich gesagt!”

Ich: “Kinder, die Kuchen gibt es doch erst morgen zu Papas Geburtstag. Außerdem sind sie noch gar nicht fertig.”

Eli nähert sich mir mit ganz liebevollem Blick, der erahnen lässt, dass auch er dem Kuchenduft in der Küche nur schwer entsagen kann.

Ganz schnell haucht er mir mehrere, zärtliche Küsse auf mein Gesicht.

“So”, sagt Eli, “das reicht nun. Jetzt aber ganz schnell wieder Kuchen backen.”

Ob dieses klassische Rollenverständnis mit Oberschwabens Luft eingeatmet wird?

Wir haben es ihm jedenfalls nicht beigebracht.

Wie verhext. Oder: Warum hat eine Posaune keinen “OFF”-Schalter?

5 Jahre sind eine relativ lange Zeit.

Vor allem wenn man die stundenlangen, schlaflosen Nächte dabei bedenkt. Und das tue ich.

Ich übertreibe nicht, wenn ich hier schreibe, dass wir die Nächte in den vergangenen 5 Jahren, in denen alle unsere drei Kinder durchgeschlafen haben, an einer Hand abzählen können.

Es ist ja nicht so, dass die Kinder nicht durchschlafen können. Aber sie können es nur äußerst selten alle drei gleichzeitig innerhalb einer Nacht.

Durchschlafen heißt für mich: Nichts aufstehen zu müssen, um den Kindern Wasser zu reichen. Nicht aufstehen zu müssen, um einen Kinderpopo abzuwischen. Nicht aufstehen zu müssen, um das unter das Bett gefallene Kuscheltier zu bergen.

Vergangene Nacht aber war eine solche. Keiner wollte trinken, keiner hat schlecht geträumt, niemand musste aufs Klo. Himmlisch.

“Himmlische” Posaunenklänge durchtönten ab 0.30UHr die nächtliche Ruhe. Nein, keine Engelslieder. Getröte wie aus dem Bierzelt. Bis 4 Uhr. Jemand hier im Dorf feierte im Freien irgendwas. Geburtstag vermutlich. Wenn die Posaune wenigstens richtig gespielt hätte. Extrem laut und falsch. Alkoholgeprägtes Gegröle dazu.

Um exakt 5.13Uhr war dann Krissi wach und wollte Frühstück.

Ich werde heute einen Kaffee-Tag einlegen (müssen).

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