
Wenn man einen verantwortungsvollen Beruf ausübt,
kann so manches schief gehen.
Irgendwelche Dinge werden nicht zeitgerecht erledigt,
Abgabetermine verpasst,
Aufträge platzen,
die Konkurrenz triumphiert einmal mehr,
Präsentationen werden in den Sand gesetzt,
Pausen überzogen (natürlich wird man vom Chef ertappt…)
usw.
Was ist das schon?
Wenn du zu Hause nicht
rund um die Uhr
aufmerksam bist wie ein Luchs,
steckt dein Kind mit dem Hintern im Klo,
Arme und Beine zeigen nach oben,
es lässt die Tür des Gefrierschrankes über Stunden offen
oder verzieht sich in dein Arbeitszimmer,
um aus wichtigen Unterlagen
mangels diesjährigen Winters
selber Schneeflocken in Reißtechnik herzustellen.
Super ist es,
wenn es sich dabei nicht um EIN solches Exemplar
der Gattung Aktenvernichter handelt,
sondern um DREI.
Hätte man vorher wissen können,
höre ich in Gedanken den einen oder die andere Neunmalkluge zischen.
Sicher.
Aber manches weiß man vorher nun mal nicht.
So kann es vorkommen,
dass das zweite Kind
Zwillinge sind.
In meinem Job als Lehrerin geht es manchmal auch zu,
als lebte man in einer anderen Welt.
Ich schlichte Streit
zwischen Eltern,
die sich aus unerfindlichen Gründen
wegen eines Glätteisens in den Haaren liegen.
Ich fange verbale Geschosse
aus der untersten Schublade auf,
die quer durch die Schulflure geworfen werden.
Ich renne wochenlang irgendwelchen Heften hinterher,
die letztlich dann doch im schulischen Bermudadreieck
mysteriös verschwinden.
Ich kümmere mich um teure Winterjacken,
die niemandem gehören und wohl auch
nirgendwo zu Hause vermisst werden.
Wenngleich dies den heimischen
Aktivitäten zum Teil verdächtig ähnlich zu sein scheint,
gibt es doch den einen oder anderen
Unterschied:
1. Ich werde dafür bezahlt.
2. Irgendwann habe ich Schulschluss und kann die Tür hinter mir zumachen.
Und so freue ich mich auf den Dienstag,
denn da beginnt für mich die Schulwoche.
Ganz besonders sehne ich mich danach,
wenn der Montag einer dieser Tage ist,
an dem alles und nichts passt.
Wenn keiner der drei aufräumen will,
weil die Memory-Kärtchen im Wohnzimmer
“viel schöner aussehen als der langweilige Parkettboden”.
Wenn vom frisch einsortierten Kleiderschrank
nur noch gähnende Leere übrig ist,
weil heute “unbedingt eine Modenschau” sein musste.
Wenn einer der Zwillis den anderen
schminkt,
“weil ja Fasching ist”,
und dabei die Faschingsschminke mit
Eddingstiften verwechselt.
Morgen ist endlich wieder Dienst-Tag!
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